Outdoor Adventure- con-la-natura.de, 14.03.2011
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Baja Saxonia 2010


Baja Saxonia 2010

  

Diese lizenzfreie Offroad - Veranstaltung richtet sich an alle Amateure und Halbprofis, welche nach einer langen Winterpause des Schraubens und Tüftelns ihr Fahrzeug und sich selbst in einem fairen Wettbewerb der Herausforderung stellen möchten. Im Vordergrund steht ein langes Wochenende Spaß, Abenteuer und Action, wobei sich die sportliche Herausforderung mit anderen BAJA - Veranstaltungen messen lassen kann. Auf unbefestigten Wegen führt die BAJA SAXONIA durch eine Tagebaulandschaft im Herzen Mitteldeutschlands. Fahrer und Beifahrer müssen auf mehr als 400 Wertungskilometern alles geben und sollten dabei nie die Kollegialität gegenüber den anderen Teilnehmern vergessen. Irgendwann braucht jeder einmal Hilfe! 

  

Bei dieser Veranstaltung geht es um die rallyetechnische Bewältigung von zwei unterschiedlich langen Tagesetappen, die nach Roadbook gefahren werden, wobei die letztendliche gefahrene Gesamtzeit über Sieg oder Niederlage entscheidet. Je nach Wetterlage können einige Passagen trialähnlichen Charakter annehmen, wobei jedoch der überwiegende Teil eher schnell gefahren werden kann. Die Wertungsetappen stellen keine unlösbaren Aufgaben dar, jedoch könnte es einige Fahrer und Fahrzeug an ihre Grenzen bringen!

Johanna und Pit vom con-la-natura X-DREAM TEAM machten sich am 12. Mai auf in Richtung Leipzig um dieses Abenteuer erleben zu dürfen. Die Vorgabe waren ganz klar gesteckt. Ein Platz unter den ersten 50. von insgesamt 117 Startern, die fast alle mit besserem Material und viel mehr Rennerfahrung an den Start gingen, mußte auf jeden Fall drinn sein. Ebenso sollte unser Renn Terrano wieder heil nach Hause kommen. Da wir frühzeitig auf der Veranstaltung ankamen war die Anmeldung und die technische Fahrzeugabnahme ein Kinderspiel und ruck zuck erledigt.

  

Der Prolog am 13. Mai lies uns einen Vorgeschmack bekommen was in den nächsten zwei Tage noch auf uns zukommen sollte. Bei diesem Prolog wurde eine Runde von 16 Kilometer nach Roadbook auf Zeit gefahren. Auch mußten hier schon Kontrollpunkte CP,s gefunden werden. Wurde ein CP nicht gefunden gab es eine Stunde Strafzeit. Diese Zeiten wurden dann für den Start zur Wertungsprüfung 1 am 14. Mai. Vor dem Start waren wir beide schon schrecklich aufgeregt denn die Konkurrenzfahrzeuge und vor allem die Renntrucks waren schon mächtig. Aber was solls! Da mußten wir durch und mit viel Ehrgeiz gingen wir den Prolog an. Da es an diesem Tag noch trocken war ging es staubig und schnell zur Sache. Hier hatten die anderen die Nase vorn und wir belegten am Schluß den 83. Platz in der Wertung. Am Abend setze dann Regen ein der sehr gut für uns war da jetzt die Piste sich allmählich zu einer Schlammwüste verwandelte und immer besser für unseren Terrano wurde.

  

Die Wertungsprüfung 1 am 14. Mai war ganz nach unserem Geschmack. Es sollte eine Strecke von 43 Kilometer fünf mal gefahren werden. Schlammig, rutschig mit steilen Auf- und Abfahrten die Trialerfahrung erforderten und den schnellen Teams mächtig den Wind aus den Segeln nahm. Johanna, als Navigator, machte ihre Sache sehr gut und wir fanden sofort jeden der fünf Cp,s. Schon auf der ersten Runde fielen uns liegengebliebene Fahrzeuge auf mit technischen Defekten oder die sich einfach von der Piste verabschiedet hatten. Gut für uns denn wir fuhren mit Köpfchen, aber trotzdem schnell immer weiter nach vorne. Kurz vor Ende der zweiten Runde wurden wir am letzten CP angehalten und erhielten die Information dass das Rennen abgebrochen worden sei wegen zwei schwerer Unfälle. Im Start und Zielbereich wurde ein Beifahrer verletzt und in einem engen Streckenabschnitt hatte sich ein LKW überschlagen und konnte nicht geborgen werden. Nach einer Stunde Wartezeit im strömenden Regen kam dann von der Rennleitung die Information dass das Rennen abgebrochen sei. Diese Wertungsprüfung 1 beendeten wir dann auf dem 68. Platz. Abends bei der Fahrerbesprechung erhielten wir die Information dass die Strecke für morgen gekürzt worden war da durch den ständigen Regen verschiedene Streckenabschnitte einfach nicht mehr zum fahren waren.

Die Wertungsprüfung 2 am 15. Mai hatte es dann auch in sich. Einige der Spitzenteams gingen aufgrund der Verhältnisse schon gar nicht mehr an den Start. Ein Kurs von 35 Kilometer mußte sechs Mal gefahren werden. Steile Auf- und Abfahrten gab es zwar nicht mehr aber die Hochgeschwindigkeitspassagen waren extrem rutschig und es gab drei heikle Stellen in denen man sein Auto bis zum geht nicht mehr vergraben konnte. Auch heute gab Johanna wieder alles und wir kämpften uns von CP zu CP. Die erste Runde erledigten wir ohne Probleme und machten schon hier einige Plätze gut. In der zweiten Runde machte ich in einer schwierigen Waldpassage einen Fahrfehler und wir vergruben unseren Nissan so brutal im Schlamm dass wir Bergehilfe von einem vorbeifahrenden LKW benötigten. Hier zeigte sich die Gefährlichkeit dieser Veranstaltung. Während der Bergung wurden wir von einem Fahrzeug gerammt und es kam in diesen drei Minuten zu mind. 8 Beinaheunfällen. Manche der Fahrer scheinen, sobald sie hinter dem Steuer sitzen, einfach ihr Hirn abzuschalten und gehen sehr große Risiken für sich und andere ein. Nachdem dieses Mißgeschick passiert war fuhren wir mit noch mehr Konzentration und spulten alle Runden ohne Probleme ab. Dies führte letzendlich dazu dass wir die Wertungsprüfung 2 auf dem 54. Platz beendeten und in der Gesamtwertung auf den Platz 48. kamen.

Dies war ein beeindruckendes Ergebnis und sogar unser Nissan schaffte noch die 400 Kilometer nach Hause. Wir waren sehr stolz auf unsere Leistung und der Wunsch nach "mehr Rally" sehr stark. Kurzer Hand wurde deshalb die Besteigung des Kilimandscharo im Dezember umgewandelt in die EL Chot Rally in Tunesien. 

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