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Baja Saxonia 2010

Diese lizenzfreie Offroad - Veranstaltung richtet sich an alle Amateure und
Halbprofis, welche nach einer langen Winterpause des Schraubens und Tüftelns ihr
Fahrzeug und sich selbst in einem fairen Wettbewerb der Herausforderung stellen
möchten. Im Vordergrund steht ein langes Wochenende Spaß, Abenteuer und Action,
wobei sich die sportliche Herausforderung mit anderen BAJA - Veranstaltungen
messen lassen kann. Auf unbefestigten Wegen führt die BAJA SAXONIA durch eine
Tagebaulandschaft im Herzen Mitteldeutschlands. Fahrer und Beifahrer müssen auf
mehr als 400 Wertungskilometern alles geben und sollten dabei nie die
Kollegialität gegenüber den anderen Teilnehmern vergessen. Irgendwann braucht
jeder einmal Hilfe!

Bei dieser Veranstaltung geht es um die rallyetechnische Bewältigung von zwei
unterschiedlich langen Tagesetappen, die nach Roadbook gefahren werden, wobei
die letztendliche gefahrene Gesamtzeit über Sieg oder Niederlage entscheidet. Je
nach Wetterlage können einige Passagen trialähnlichen Charakter annehmen, wobei
jedoch der überwiegende Teil eher schnell gefahren werden kann. Die
Wertungsetappen stellen keine unlösbaren Aufgaben dar, jedoch könnte es einige
Fahrer und Fahrzeug an ihre Grenzen bringen!
Johanna und Pit vom con-la-natura X-DREAM TEAM machten sich am 12. Mai auf in
Richtung Leipzig um dieses Abenteuer erleben zu dürfen. Die Vorgabe waren ganz
klar gesteckt. Ein Platz unter den ersten 50. von insgesamt 117 Startern, die
fast alle mit besserem Material und viel mehr Rennerfahrung an den Start gingen,
mußte auf jeden Fall drinn sein. Ebenso sollte unser Renn Terrano wieder heil
nach Hause kommen. Da wir frühzeitig auf der Veranstaltung ankamen war die
Anmeldung und die technische Fahrzeugabnahme ein Kinderspiel und ruck zuck
erledigt.

Der Prolog am 13. Mai lies uns einen Vorgeschmack bekommen was in den
nächsten zwei Tage noch auf uns zukommen sollte. Bei diesem Prolog wurde eine
Runde von 16 Kilometer nach Roadbook auf Zeit gefahren. Auch mußten hier schon
Kontrollpunkte CP,s gefunden werden. Wurde ein CP nicht gefunden gab es eine
Stunde Strafzeit. Diese Zeiten wurden dann für den Start zur Wertungsprüfung 1
am 14. Mai. Vor dem Start waren wir beide schon schrecklich aufgeregt denn die
Konkurrenzfahrzeuge und vor allem die Renntrucks waren schon mächtig. Aber was
solls! Da mußten wir durch und mit viel Ehrgeiz gingen wir den Prolog an. Da es
an diesem Tag noch trocken war ging es staubig und schnell zur Sache. Hier
hatten die anderen die Nase vorn und wir belegten am Schluß den 83. Platz in der
Wertung. Am Abend setze dann Regen ein der sehr gut für uns war da jetzt die
Piste sich allmählich zu einer Schlammwüste verwandelte und immer besser für
unseren Terrano wurde.

Die Wertungsprüfung 1 am 14. Mai war ganz nach unserem Geschmack. Es sollte
eine Strecke von 43 Kilometer fünf mal gefahren werden. Schlammig, rutschig mit
steilen Auf- und Abfahrten die Trialerfahrung erforderten und den schnellen
Teams mächtig den Wind aus den Segeln nahm. Johanna, als Navigator, machte ihre
Sache sehr gut und wir fanden sofort jeden der fünf Cp,s. Schon auf der ersten
Runde fielen uns liegengebliebene Fahrzeuge auf mit technischen Defekten oder
die sich einfach von der Piste verabschiedet hatten. Gut für uns denn wir fuhren
mit Köpfchen, aber trotzdem schnell immer weiter nach vorne. Kurz vor Ende der
zweiten Runde wurden wir am letzten CP angehalten und erhielten die Information
dass das Rennen abgebrochen worden sei wegen zwei schwerer Unfälle. Im Start und
Zielbereich wurde ein Beifahrer verletzt und in einem engen Streckenabschnitt
hatte sich ein LKW überschlagen und konnte nicht geborgen werden. Nach einer
Stunde Wartezeit im strömenden Regen kam dann von der Rennleitung die
Information dass das Rennen abgebrochen sei. Diese Wertungsprüfung 1 beendeten
wir dann auf dem 68. Platz. Abends bei der Fahrerbesprechung erhielten wir die
Information dass die Strecke für morgen gekürzt worden war da durch den
ständigen Regen verschiedene Streckenabschnitte einfach nicht mehr zum fahren
waren.
Die Wertungsprüfung 2 am 15. Mai hatte es dann auch in sich. Einige der
Spitzenteams gingen aufgrund der Verhältnisse schon gar nicht mehr an den Start.
Ein Kurs von 35 Kilometer mußte sechs Mal gefahren werden. Steile Auf- und
Abfahrten gab es zwar nicht mehr aber die Hochgeschwindigkeitspassagen waren
extrem rutschig und es gab drei heikle Stellen in denen man sein Auto bis zum
geht nicht mehr vergraben konnte. Auch heute gab Johanna wieder alles und wir
kämpften uns von CP zu CP. Die erste Runde erledigten wir ohne Probleme und
machten schon hier einige Plätze gut. In der zweiten Runde machte ich in einer
schwierigen Waldpassage einen Fahrfehler und wir vergruben unseren Nissan so
brutal im Schlamm dass wir Bergehilfe von einem vorbeifahrenden LKW benötigten.
Hier zeigte sich die Gefährlichkeit dieser Veranstaltung. Während der Bergung
wurden wir von einem Fahrzeug gerammt und es kam in diesen drei Minuten zu mind.
8 Beinaheunfällen. Manche der Fahrer scheinen, sobald sie hinter dem Steuer
sitzen, einfach ihr Hirn abzuschalten und gehen sehr große Risiken für sich und
andere ein. Nachdem dieses Mißgeschick passiert war fuhren wir mit noch mehr
Konzentration und spulten alle Runden ohne Probleme ab. Dies führte letzendlich
dazu dass wir die Wertungsprüfung 2 auf dem 54. Platz beendeten und in der
Gesamtwertung auf den Platz 48. kamen.
Dies war ein beeindruckendes Ergebnis und sogar unser Nissan schaffte noch
die 400 Kilometer nach Hause. Wir waren sehr stolz auf unsere Leistung und der
Wunsch nach "mehr Rally" sehr stark. Kurzer Hand wurde deshalb die Besteigung
des Kilimandscharo im Dezember umgewandelt in die EL Chot Rally in
Tunesien.
X-DREAM TEAM Anfrage
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